Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Die Rechnung eines Elektrikers besteht fast immer aus drei Teilen: Arbeitszeit, Material und Anfahrt. Der größte Posten ist meist die Arbeitszeit, die nach Stundensatz abgerechnet wird. Bei kleinen Aufträgen fällt die Anfahrtspauschale stärker ins Gewicht, weil sie unabhängig von der Dauer des Einsatzes anfällt.
Viele Betriebe rechnen die Arbeitszeit im Viertelstundentakt ab und runden auf die nächste angefangene Einheit. Materialkosten kommen separat dazu und werden entweder zum Einkaufspreis mit Aufschlag oder pauschal berechnet. Fragen Sie vor Auftragsbeginn, wie der Betrieb das Material abrechnet, dann gibt es bei der Rechnung keine Überraschungen.
Die Preise unterscheiden sich je nach Region und Anbieter teils deutlich. In Großstädten und Ballungsräumen liegen die Stundensätze höher als auf dem Land. Die folgenden Werte sind Richtwerte und ersetzen kein konkretes Angebot.
Übliche Stundensätze 2026
Der Stundensatz eines Elektrofachbetriebs liegt 2026 meist zwischen 55 und 90 Euro netto. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer. Ein Meisterbetrieb mit Gewährleistung und schneller Verfügbarkeit ruft oft den oberen Bereich auf, ein kleiner Einzelbetrieb kann günstiger sein.
Die Anfahrt schlägt je nach Entfernung mit 30 bis 70 Euro zu Buche, manche Betriebe rechnen stattdessen Kilometerpauschalen ab. Für planbare Arbeiten lohnt es sich, einen Betrieb aus dem direkten Umkreis zu beauftragen, weil die Anfahrt dann niedriger ausfällt.
Notdienste außerhalb der regulären Arbeitszeit sind deutlich teurer. Am Wochenende, an Feiertagen oder nachts sind Zuschläge von 50 bis 100 Prozent auf den normalen Stundensatz üblich.
Typische Arbeiten und was sie kosten
Eine einzelne Steckdose zu setzen ist schnell erledigt und kostet inklusive Material meist zwischen 60 und 130 Euro. Aufwändiger wird es, wenn dafür Wände aufgestemmt und Leitungen neu verlegt werden müssen.
Der Austausch eines alten Sicherungskastens gegen einen modernen Verteiler mit Fehlerstromschutzschaltern ist eine größere Arbeit. Je nach Größe der Wohnung und Anzahl der Stromkreise sollten Sie mit 800 bis 2.500 Euro rechnen.
Soll eine ganze Wohnung neu verkabelt werden, hängt der Preis stark von Quadratmeterzahl und Ausstattung ab. Für eine durchschnittliche Wohnung sind 80 bis 130 Euro pro Quadratmeter ein realistischer Anhaltspunkt.
So sparen Sie bei Elektroarbeiten
Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur den Stundensatz, sondern auch Anfahrt und Materialaufschlag. Ein günstiger Stundensatz nützt wenig, wenn die Nebenkosten hoch sind.
Bündeln Sie mehrere kleine Arbeiten zu einem Termin. Wenn der Elektriker ohnehin im Haus ist, kostet die zusätzliche Steckdose nur noch Arbeitszeit und kein zweites Mal Anfahrt.
Bei größeren Projekten lohnt sich ein Festpreis statt Abrechnung nach Aufwand. So kennen Sie die Kosten vorab und tragen nicht das Risiko, wenn die Arbeit länger dauert als geplant.
Preisübersicht
| Leistung | Typischer Preis |
|---|---|
| Anfahrtspauschale | 30 bis 70 € |
| Stundensatz Fachbetrieb | 55 bis 90 € netto |
| Steckdose setzen | 60 bis 130 € |
| E-Check Wohnung | 100 bis 250 € |
| Sicherungskasten erneuern | 800 bis 2.500 € |
| Wohnung neu verkabeln | 80 bis 130 € pro m² |
| Notdienst-Zuschlag | 50 bis 100 % |
Alle Preise sind Richtwerte und variieren je nach Region und Anbieter. Ein verbindliches Angebot erhalten Sie direkt vom Betrieb.